Wenzelsplatz

Der Wenzelsplatz wurde im 14. Jahrhundert von Karl IV. im Rahmen der Gründung der Prager Neustadt als der zentrale Platz des neuen Quartiers angelegt. Ursprünglich hieß er Rossmarkt und diente dem Pferdeverkauf.

Noch heute gehört der Wenzelsplatz zu den größten städtischen Plätzen in Europa. Allerdings ist er mit seiner Länge von 750 Metern und einer Breite von nur 60 Metern eigentlich eher ein Prachtboulevard, als ein Platz. An seinem oberen Ende befindet sich das prachtvolle, Ende des 19. Jahrhunderts im Neorenaissancestil erbaute, Nationalmuseum. Um die Wende zum 20. Jahrhundert erhielt der Wenzelsplatz mit der Errichtung zahlreicher Bürgerpaläste auch weitestgehend seine heutige Gestalt.

Auf dem begrünten Mittelstreifen vor dem Nationalmuseum steht das 1912 von Josef V. Myslbek erschaffene Wenzeldenkmal. Von hier aus blickt der dem Platz seinen Namen gebende Landespatron von seinem Ross auf den sanft abfallenden Wenzelsplatz hinab. Heute schaut er dort unter anderem auf ein in der Mitte des Platzes gelegenes Café, das sich in einem ausrangierten Abteil einer der hier noch bis in die späten 1970er-Jahre hinein fahrenden Straßenbahnen befindet.

Im November 1989 nahm die samtene Revolution ihren Ausgang vom Wenzelsplatz, als der spätere tschechische Präsident Václav Havel zusammen mit Alexander Dubcek vom Balkon des Hauses mit der Nummer 56 zur Umgestaltung des gesamten Landes aufrief.

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